Ökonomie

Institut für Bewusstsein und Ökonomie

Leitung: Dr. Birgit Feldhusen

 

"Perhaps we need to access a new stage of consciousness, a new worldview, to reinvent human organizations.”
Frederic Laloux

 

Forschung

  • Grundlagenforschung zu Organisationsmodellen und Führungskompetenzen der Zukunft
  • Auftragsforschung als externe F&E-Abteilung von Unternehmen

Inhalte, Ziele und Basis unserer Forschung erläutern wir weiter unten auf dieser Seite.

Lehre

Das Gesamtprogramm der Akademie finden Sie hier.

Anwendung/Beratung

  • Begleitung von Organisationen und deren Menschen in Bewusstseins- und Transformationsprozessen

Community

  • Wiener Leadership Breakfast, der monatliche 'morning talk' zu neuen Führungskulturen
    jeden 2. Donnerstag eines Monats um 8:15 Uhr im Café Lutz
    • Wintersemester 2016/17: 08. September, 13. Oktober
  • Wiener Leadership Night, Themen-Abende zu sinn- und aufmerksamkeitsorientierten Formen des Arbeitens und Wirtschaftens
    ein Donnerstag pro Monat um 18:30 Uhr an unterschiedlichen Orten innerhalb Wiens
    • Wintersemester 2016/17: neuer Start ab 2017
  • Wiener Leadership Kongress am 10./11. November 2016 in Wien

Detaillierte Informationen zu den Events finden Sie hier.
Regelmäßige News und Termine gibt es zudem auf unserer Facebookseite
 

 

Forschung
zu Management & Führung, Wirtschaft & Zukunftsbewusstsein

Unser Ziel ist die Erforschung und Vermittlung von Bewusstsein als organisierende Ressource für

  • wirksame Formen der Führung, der Zusammenarbeit und des Projektmanagements
  • Innovationen und deren Umsetzung
  • Strategie- und Visionsentwicklung
  • Organisationales Lernen und Veränderungsprozesse
  • Wissensmanagement im Sinne eines aufmerksamkeitsbasierten Managements

Hierzu werden die kognitiven, sozialen und systemischen Faktoren in Reflektions-, Sinnbildungs- und Kommunikationsprozessen erforscht, deren Zusammenspiel das Entstehen eines wirksamen kollektiven Bewusstseinsraumes ('collective mind') ermöglichen kann.

Wissenschaftliche Basis

Genau wie in vielen anderen wissenschaftlichen Disziplinen hält auch in der Betriebswirtschaft die Subjektivität des Menschen vielerorts Einzug in den Fokus des Interesses. In der heutigen hoch dynamischen Wissensökonomie bilden das subjektive, individuelle Wissen und seine Koordination zu organisationaler Handlungs- und Innovationsfähigkeit einen der wichtigsten Wettbewerbsfaktoren. Ikujiro Nonaka, einer der einflussreichsten Businessdenker der letzten 20 Jahre, drückt es so aus: Wissenschaft muss sich mit Subjektivität im Management beschäftigen – nicht nur weil es unmöglich auszuschließen ist, sondern weil es exakt das ist, was wir für ein verlässliches Unternehmensmodell brauchen. Für die großen Unternehmenstheoretiker in Harvard, Berkeley, Boston und London geht es im Management der Zukunft um die Ermöglichung von mentalen, emotionalen, aber auch virtuellen oder physischen Konditionen oder ‚Räumen‘, in denen Menschen gut zusammenarbeiten können und wollen. Wesentliche Faktoren, die in diesem Zusammenhang immer wieder genannt werden, sind Achtsamkeit, Respekt und Selbstverantwortung als zugrundeliegende Haltungen.

Grundlage für unser Verständnis von Organisation und Zusammenarbeit ist das Trinity-Holon-Modell von Dr. Birgit Feldhusen. Es integriert Ansätze aus den Disziplinen Wissensmanagement, Organisationales Lernen, Kognitionswissenschaft und Komplexitätstheorie und beschreibt Reflexions-, Sinnbildungs- und Kommunikationsprozesse als Ressource für die Handlungsfähigkeit von Organisationen.

Wirtschaft braucht Bewusstsein und Zusammenarbeit

Eine funktionierende Wirtschaft von morgen ist für uns eine Wirtschaft, die für alle Beteiligten funktioniert und Nutzen stiftet - ein Marktplatz mit neuen Denk-, Kommunikations- und Handlungsweisen, die den Menschen in den Mittelpunkt rücken. Hierfür braucht es in der Unternehmenspraxis die weitere Etablierung von innovativen Reflexions-, Lern- und Kommunikationsformaten, wie sie bereits in Ansätzen am Entstehen sind. Wir brauchen auf breiter Basis und auf allen Ebenen ein echtes Interesse an wirksamer Zusammenarbeit und eigenem Beitrag. Dies kann entstehen, wenn Individuen, Teams und Organisationen sich ihrer einzigartigen Fähigkeiten, Stärken und Potentiale bewusst werden und diese auch eigenverantwortlich im Sinne des Gesamtsystems einsetzen können und wollen. Idealerweise bildet sich ein Sinn und Zweck, der über rein monetäre Ziele hinausgeht. Diversität und Veränderung werden bewusst genutzt als Quelle von Kreativität und Innovation.

Wie sich Zukunft organisiert

Es ist nicht so, dass traditionelle Managementkonzepte nicht mehr funktionieren, aber sie stoßen an ihre Grenzen. Über verschiedene evolutionäre Entwicklungsstufen hinweg haben Menschen immer wieder neue Formen der Organisation und Zusammenarbeit gefunden, die die bestehenden Formen ergänzt oder transformiert haben, um bestimmte, neue Herausforderungen bewältigen zu können. Für die anwachsende Vernetzung und Geschwindigkeit in Wirtschaft und Gesellschaft bei gleichzeitiger zunehmender Unsicherheit und Mehrdeutigkeit (Stichwort VUCA: volatility, uncertainty, complexity, ambiguity) sind die derzeit noch vorherrschenden Managementpraktiken oft zu langsam, zu technisch, zu vergangenheitsorientiert und zu eingeschränkt. Die Führungskräfte an der Spitze der Pyramide bemühen sich, ‚alles im Griff‘ zu behalten - was ihnen zunehmend unmöglich wird. Es bedarf neuer Entscheidungs- und Organisationsstrukturen, die es dem Unternehmen als soziales System im Ganzen ermöglichen, in sich ständig ändernden Situationen schnell und wirksam zu handeln, ohne seinen Sinn und Zweck aus den Augen zu verlieren ('Agilität').

In komplexen, unbeständigen, mehrdeutigen Umfeldern bedeutet Führung demnach die Bereitstellung von Rahmenbedingungen, die Ermöglichung bestimmter Wissens- und Bewusstseinsräume und -prozesse. Organisation und Selbstorganisation entstehen durch Konvergenz von individuellen Sinnbildungen gen kollektiver Sinnbildung. Die Ausrichtung von Menschen an einer vorgegebenen Idee (‚Group Think‘) unterbindet dabei Kreativität und Wachstum. Es macht viel mehr Sinn, dass Menschen ihre Unterschiede betrachten, reflektieren und durch aufmerksame Interaktion gemeinsam eine neue Sinn- und Handlungsebene entstehen lassen (‚Collective Mind‘).