Forschung

„Allen Menschen ist zuteil, sich selbst zu erkennen und verständig zu denken.“
Heraklit

 

Grundsätzliches zur Forschung in der Akademie:

Mit dem hohen Anspruch der Akademie, eine konsequente und umfassende Bewusstseinsperspektive zu verfolgen, stellt sich ganz zu Beginn die Frage nach dem Forschungsfeld selbst:

  • Was ist Bewusstseinsforschung? Welche(s) wissenschaftliche Paradigma ist notwendig oder geeignet für welche Fragestellung ?
  • Was gehört alles zu einer inter- und transdisziplinären Bewusstseinsforschung?
  • Was wird heute unter dem Bewusstseinsbegriff verstanden?

Weitere Fragen beziehen auf die Inhalte des Bewusstseins und ihre Voraussetzungen, Bedingungen und Techniken:

  • Wie ensteht das Ich? Wie verändert es sich?
  • Wie enstand und entwickelte sich das menschliche Bewusstsein?
  • Was ist Wahrnehmung, Information und Interpretation?
  • Was passiert bei Trance-Induktion oder Meditation? Welche Erfahrungen und Bewusstseinszustände sind wie möglich?
  • Was ist Ideologie? Wie funktioniert sie?
  • Was ist Lernen? Welche Auswirkungen hat Lernen auf Bewusstsein?
  • Wie verhält sich Bewusstsein und Gehrin? Welche neurophysiologischen Substrate des Erlebens sind messbar?
  • Wie ensteht kollektive Intelligenz und Innovation?
  • Wie verhält sich Aufmerksamkeit, Konzentration und Kontemplation zu Innen/Außen/Körper/Gedanken/Emotionen?
  • .....

Diese und viele andere Fragen erzeugen ganz von selbst das erste und grundlegende Forschungsfeld, das wir „Grundlagen“ nennen.

Mit diesen Fragen haben sich ambitionierte Menschen seit Jahrzehnten wissenschaftlich und seit Jahrhunderten, ja Jahrtausenden philosophisch befasst – im Rahmen ihrer Möglichkeiten und ihrer angestammten Disziplinen, als hochinteressantes Randphänomen, und immer mit dem unüberwindbaren Problemen konfrontiert, kein wirklich brauchbares Paradigma für eine systematische wissenschaftliche Bewusstseinsforschung zu haben.

Mit der Vision und Gründung dieser Akademie ist ein essentiell notwendiger Raum geöffnet worden, um Bewusstseinsforschung wirklich systematisch betreiben zu können. So war der Grundtenor der ersten Präsentation der Akademie am 22. Januar 2015 durch Dr. Rudolf Kapellner und Daniel Dick: „Wir wollen Räume öffnen….
 

Forschungsfelder der Akademie:

In der Zwischenzeit haben sich bereits mehrere Forschungsfelder ausdifferenziert:

 

1. Perspektiven und Grundlagen einer inter- und transdisziplinären Bewusstseinsforschung

Dieses erste Forschungsfeld ist zwar schon eröffnet, wird die Akademie jedoch sicher die gesamte Zeit ihres Bestehens beschäftigen. Das Sammeln, Sichten und Überprüfen von Perspektiven, wissenschaftstheoretischen Grundlagen, axiomatischen Definitionen und Methoden gehört ebenso dazu wie das Sammeln von interessierten und mitarbeitswilligen Menschen – denn es sind in erster Linie die Menschen und ihr Bewusstsein, erst in zweiter Linie das Wissen, die Forschung und die Erkenntnisse. Eine Zusammenarbeit mit Giselher Guttmann und weiteren Experten führten bereits zu fruchtbaren Erkenntnissen.

Publiaktion dazu kommt aller Voraussicht im nächsten Jahr 2018.
 

2. Geschichte der Bewusstseinsforschung

Jede Disziplin hat ihre Geschichte. Jedoch geraten aufgrund einer bislang fehlenden Institution für Bewusstseinsforschung ihr Vorreiter in Vergessenheit. Im speziellen soll hier das Schaffen von Prof. Dr. Adolf Dittrich, Prof. Manfred Kremser, Prof. Felicitas Goodmann und viele andere angesprochen werden.

Am weitesten gediehen ist die Forschungsarbeit mit Prof. Dr. Giselher Guttmann, dem Head of the Scientific Board der Akademie und PD. Elmar Schübl. Es besteht derzeit aus drei Aufgabenbereichen:

Privatissimum:
Gemeinsam mit einer kleinen ausgewählten Gruppe von Akademie-Mitgliedern wird seit dem Herbst 2014 alle zwei bis drei Monate ein Privatissimum zum Thema Bewusstseinsforschung gehalten.
Schwerpunkte sind die Wissenschaftstheorie der Bewusstseinsforschung, Zukunftsbewusstsein, psychologische und neurophysiologische Grundlagen mit alten und neuen Befunden, sowie konkrete Anwendungsfälle der Bewusstseinsforschung.
Die im Privatissimum diskutierten und bearbeiteten Inhalte fließen direkt und indirekt in die Arbeit der Akademie ein, sind somit eine Quelle ständiger Bereicherung und liefern viele Impulse für Lehre und Anwendung.

Neurobiologische Forschung:
Ausgehend von G.Guttmanns jahrzehntelanger Forschungs- und Lehrtätigkeit in Psychologie und Neuropsychologie werden derzeit mögliche experimentelle Versuchsdesigns für neurobiologische Phänomene und Geschehnisse bei Bewusstseinsprozessen diskutiert und erarbeitet. Vorgesehen ist, diese Studien in seinem neurophysiologischen Labor an der SFU Wien durchzuführen.

Publikation:
Geplant ist, gemeinsam die Inhalte der Gesprächsrunden (Privatissimum und andere Meetings) in einer Sammlung von Texten und Aufsätzen zur Bewusstseinsforschung zu verdichten und zu veröffentlichen.

Vorlesungsreihe:
Zusammen mit Elmar Schübl haben wir eine Vorlesung zum Thema Geschichte der Bewusstseinsforschung 2017 in die Welt gesetzt, in dem das Schaffen von Jean Gebser und C.G. Jung in den den Vordergrund standen.
 

3. Bewusstsein und Technologie

In der Biographie von R. Kapellner steht Technik und Technologie fast gleichwertig neben Psychologie und Physiologie. Dies spiegelt sich im akademischen Lebenslauf wieder und findet seinen heutigen Ausdruck im Forschungsfeld „Bewusstsein und Technologie“. Am deutlichsten sichtbar im Projekt „audiovisuelle und transcraniale Stimulation“ von R. Kapellner mit G. Guttmann (1988 -  1996, mit Ausläufern bis heute).

Auf der Basis zahlreicher Publikationen, Vorträge und Lehrtätigkeiten von R. Kapellner entstand in den ersten Monaten seit der Gründung der Akademie dieses Forschungsfeld, das bereits erste Konsequenzen in Kooperationen (z.B. Consciousness Hacking Group) und Veranstaltungen findet.

Leitung des Forschungsfeldes „Technologie und Bewusstsein“: R. Kapellner 

 

4. Bewusstsein, Management und Wirtschaft, Führung und Zukunftsbewusstsein

Arbeitet man jahrelang mit Managern und Führungspersonen in Unternehmen an strategischen Entwicklungsfragen, so stellt sich zwangsläufig die Frage nach dem jeweiligen Bewusstseins-Stand der Klienten und dem kollektiven Geist, der in einem Unternehmen wirkt. Die Fragen nach dem Bewusstsein sind hier unternehmerischer Natur: Was will ich wirklich? Und wie kann ich es erreichen?
 

5. Bewusstseinsforschung und persönliche Geschichte

Beschäftigt sich jemand mit dem Thema „Bewusstseinsforschung“, so finden sich dazu (fast) immer Wurzeln und Gründe in der persönlichen Biographie der Betroffenen. Viele der interessierten Menschen, die im Laufe der ersten Monate mit der Akademie in Kontakt getreten sind, haben schon in ihrer Kindheit und Jugend Erlebnisse und Erfahrungen gemacht, die sie zur persönlichen Auseinandersetzung mit Bewusstseinsthemen führten – bei manchen Menschen verhalten und verborgen, bei anderen offen und sichtbar, manche fast schon gezwungen und getrieben, bei anderen taucht es als interessierte Nebenlinie im späteren Leben auf. Die persönlichen Erlebnisse können von zufälligen Begegnungen in der Kindheit oder mit Familienmitgliedern bis zu außergewöhnlichen Bewusstseinserlebnissen reichen. 

Doch unabhängig von allen Auslösern und Gründen gibt es heute zahlreiche Menschen, die genau deswegen am Bewusstseinsforschungsfeld so großes Interesse zeigen.
Alleine deswegen ist die Erforschung der eigenen persönlichen Geschichte nach der Herkunft und den Gründen wichtig und wertvoll, alleine deswegen ist eine Vorlesung „Bewusstsein, Ich und Persönlichkeit“ eine Grundlage für alle weiteren Forschungen und Arbeiten.