Grundlagen

Institut für Grundlagen und Wissenschaftstheorie der Bewusstseinsforschung

Leitung: Dr. Rudolf Kapellner

 

Forschung

Was ist Bewusstseinsforschung? Welche wissenschaftstheoretischen und paradigmatischen Rahmenbedingungen braucht es dafür? Welche Kontexte gibt es bereits und welche neuen Kontexte sind zu gestalten?
Was wissen wir über Landkarten, Modelle und Dimensionen des Bewusstseins? Welche wissenschaftlichen Methoden können angewendet werden?
Wie muss Bewusstseinsforschung aussehen, wenn sie ihren eigenen Ansprüchen gerecht werden will?

Im Grundlagen-Institut werden verbindliche Definitionen und Grundmodelle erarbeitet und unterrichtet, die für alle Lehrenden und Lernenden die Basis der gemeinsamen Arbeit bilden.
Kurz: Die Bewusstseinsforschung selbst steht im Zentrum dieses Institutes.

Die Forschungsthemen sind:

  • Stellung, Bedeutung und Aufgaben einer Bewusstseinsforschung im Kanon der Wissenschaften
  • Axiome und Definitionen der Bewusstseinsforschung bis zum Entwurf eines bewusstseins-orientierten wissenschaftlichen Paradigmas
  • Übersicht über Landkarten, Modelle und Dimensionen des Bewusstseins
  • Methodik und Stufen der Bewusstseinsforschung
  • Bedeutung der Persönlichkeit des Bewusstseinsforschers und Bewusstseinspraktikers für Forschung, Lehre und Anwendung
  • Lernanforderungen für vertiefte Selbstreflexion und Selbsterfahrung für Bewusstseinsforscher und -praktiker
  • Ausarbeiten von Richtlinien, Standards und Qualitätskriterien für wissenschaftliche Arbeit, Unterricht und praktische Anwendungen
  • Richtlinien für Durchführung, Betreuung und Publikation von wissenschaftlichen Arbeiten
  • Erarbeiten einer gemeinsamen und verbindlichen Sprache mit angemessener wissenschaftlicher Semantik und Syntax
  • u.v.a.m.

Die zweite zentrale Thematik findet sich in der Person des Bewusstseinsforscher selbst. Das Grunddilemma der Bewusstseinsforschung entspringt der Tatsache, dass in dieser Wissenschaft das Objekt der Untersuchung (das Bewusstsein) und das untersuchende Subjekt (das Bewusstsein des Forschers) zusammenfallen. Das Bewusstsein des Forschers untersucht sozusagen sich selbst - was in dieser Formulierung natürlich eine epistemologische Unmöglichkeit bedeutet. Somit spielt die Persönlichkeit des Bewusstseinsforschers eine neue und ganz wesentliche Rolle - anders als in allen anderen Wissenschaften, wo die Person des Forschers tunlichst nicht vorzukommen hat. Denn wie kann Wissenschaftlichkeit, die sich über Intersubjektivität und Objektivität definiert, angesichts dieses Dilemmas noch aufrecht erhalten werden?

Die Vorlesung "Bewusstsein, Ich und Persönlichkeit" liefert nicht nur eine Gesamtschauf auf die Ich-Entwicklung der Menschheit, es werden auch theoriegestützte Vorhersagen über zukünftige Anfoderungen an die Wissenschaft wie den Forscher selbst dargestellt und diskutiert. Das Ich in seiner konstruktivistischen wie kulturbestimmten Gegebenheit stellt sich letzten Endes als Illusion heraus. Doch wer ist dann der Forscher? Oder, um es auf den Punkt zu bringen: Wer forscht?

Im Grundlagen-Institut wird an den wissenschaftlichen und parawissenschaftlichen Randbedingungen und Grundsätzen gearbeitet, um diesem Dilemma, diesem Paradoxon, angemessen Rechnung tragen zu können.

 

Lehre

Das Unterrichtsangebot des Grundlagen-Institutes umfasst derzeit zwei zweisemestrige Vorlesungen in Form einer Blockveranstaltung an je zwei Wochenenden pro Semester:

  • Vorlesung "Grundlagen einer inter- und transdisziplinären Bewusstseinsforschung I" (Wintersemester)  und "......II" (Sommersemester)
  • Vorlesung "Bewusstsein, Ich und Persönlichkeit I" (Wintersemester)  und "......II" (Sommersemester)

Beide Vorlesungen sind Grundlagenveranstaltungen, die für alle Lernenden wie Lehrenden verbindlich sind. Sie schaffen die sprachliche, inhaltliche und methodologische Basis für jede weitere Mitarbeit und Kooperation.
Erst auf der Basis dieser beiden Grundlagen-Vorlesungen kann eine systematische Bewusstseinsforschung im Sinne der Grundsätze der Akademie betrieben werden.

 

Anwendung

Die Forschungsergebnisse des Institutes sind bereits in die beiden Vorlesungen eingeflossen und integriert worden. In diesem Sinne wirkt und arbeitet das Grundlagen-Institut vorwiegend für die Akademie selbst, für die "Universitas der Lehrenden und Lernenden".
Sie schafft die Basis für Zusammenarbeit, gemeinsames Wirken und erlaubt durchgehend klare Darstellung der Arbeiten nach Außen.

Das Institut ist somit als "Backbone", als die vertikale Ausrichtung der Akademie zu verstehen.